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Was ist eine Vektordatei? Der ultimative Guide zu Vektorgrafiken, Formaten und ihrer Erstellung.

7 Min. Lesedauer Veröffentlicht

Einfach ausgedrückt: Eine Vektordatei ist ein digitales Bildformat, das auf mathematischen Formeln basiert und aus Punkten, Linien sowie Kurven besteht statt aus Pixeln. Vektoren sind das Standardformat für Logos, Typografie und Illustrationen, da sie bei jeder Größe absolut scharf bleiben. In diesem Artikel erklären wir dir, was Vektordateien genau sind, welche Formate am gängigsten sind und wie du sie selbst erstellst.

Was ist ein Vektorbild?

Anders als pixelbasierte Bilder bestehen Vektorbilder aus mathematischen Pfaden. Das bedeutet für dich: Du kannst sie unendlich skalieren, ohne auch nur einen Funken an Qualität zu verlieren. Ganz egal, wie weit du in ein Vektorbild hineinzoomst, die Kanten bleiben immer gestochen scharf.

Das macht Vektoren zur idealen Wahl für alles, was in verschiedenen Formaten und Kontexten glänzen muss. Wenn du zum Beispiel ein Firmenlogo bearbeitest und es als Vektor speicherst, kannst du es für eine Visitenkarte, einen Website-Header oder ein riesiges Billboard nutzen. Es sieht in jedem einzelnen Fall absolut brillant aus, weil die mathematischen Pfade bei jeder gewünschten Größe einfach neu berechnet werden.


Vektor oder Raster: Wo liegt eigentlich der Unterschied?

Wenn du schon länger im Designbereich arbeitest, kennst du den Unterschied zwischen Vektor und Raster natürlich längst. Trotzdem lohnt sich ein zweiter Blick, denn die Wahl des falschen Formats kann einem später im Prozess echte Kopfschmerzen bereiten.

Der einfachste Weg, Vektoren von Rasterdateien zu unterscheiden, ist das Heranzoomen: Zeigen sich verpixelte Kanten, ist es ein Rasterbild; bleiben die Linien scharf, handelt es sich um einen Vektor. Der entscheidende Unterschied liegt nämlich in der Auflösung. Vektordateien sind nicht an eine feste Auflösung gebunden. Egal wie groß oder klein du sie ziehst, die Software berechnet die Pfade jedes Mal neu, wodurch das Ergebnis immer scharf bleibt. Rasterdateien hingegen sind auflösungsabhängig. Sie bestehen aus einer festen Anzahl von Pixeln, und sobald du sie über ihre ursprünglichen Maße hinaus skalierst, leidet die Qualität und das Bild wirkt verschwommen oder verpixelt.

Der zweite große Unterschied ist die Dateigröße. Rasterdateien (wie zum Beispiel hochauflösende Fotos) können riesig sein, da sie Millionen von Pixeln und eine gewaltige Menge an Farbdaten enthalten. In manchen Fällen kann ihre Größe den Speicherplatz beanspruchen und das Laden von Seiten verlangsamen. Sie lassen sich jedoch komprimieren, um sie schneller zu teilen. Vektordateien sind dagegen meist viel leichter, da sie lediglich die mathematischen Anweisungen für die Darstellung speichern und nicht die Bilddaten selbst.

Wenn es um Farbe geht, haben Rasterdateien die Nase vorn. Gängige Rasterformate wie JPEG, PNG, TIFF und PSD unterstützen einen weitaus größeren Farbbereich. Sie ermöglichen präzise Farbbearbeitung, Verläufe sowie feine Licht- und Schattenspiele, weshalb Fotografien fast immer Rasterdateien sind. Vektoren kommen zwar gut mit Vollfarben und einfachen Verläufen zurecht, eignen sich aber nicht für die speziellen Farbanpassungen, die man bei einer Fotoretusche vornimmt.

Was die Kompatibilität angeht, sind Rasterdateien universell einsetzbar. Sie lassen sich in jedem Browser, auf jedem Gerät und mit jedem Bildbetrachter problemlos öffnen. Vektoren benötigen professionelle Software, die ihr Format interpretieren kann, oder einen Browser mit SVG-Unterstützung.

Als Faustregel gilt: Nutze Vektoren für alles, was sauber skalierbar und bearbeitbar bleiben muss, wie Logos, Icons, Typografie und Illustrationen. Greife zu Rastergrafiken bei Fotos, komplexen digitalen Malereien und allen visuellen Inhalten, bei denen Farbtiefe und Details wichtiger sind als die Skalierbarkeit.

Gängige Vektordateiformate und wann man sie verwendet

Vektorformat ist nicht gleich Vektorformat. Jedes hat seine eigenen Stärken, je nachdem, ob du für das Web gestaltest, Dateien für den Druck vorbereitest oder mit Kunden zusammenarbeitest. Hier ist eine Übersicht der gängigsten Formate:

SVG (Skalierbare Vektorgrafiken): Das Standardformat für Webgrafiken, da die Dateien extrem leicht sind, sich unendlich skalieren lassen und von allen modernen Browsern unterstützt werden. SVGs lassen sich sogar mit CSS stylen und animieren. Das macht sie zu einer hervorragenden Wahl für interaktive UI-Elemente, Icons und Logos. Allerdings können hochkomplexe Illustrationen SVG-Dateien zu schwerfällig machen, weshalb es sich lohnt, die Dateigröße im Auge zu behalten.

EPS (Encapsulated PostScript): Ein älteres Format, das jedoch nach wie vor häufig angefordert wird, insbesondere von Druckereien und Dienstleistern, die mit älteren Systemen arbeiten. Wenn eine Druckerei nach einer EPS-Datei fragt, ist dies das richtige Format. In modernen Workflows hat das PDF das EPS-Format weitgehend ersetzt, aber als Export-Option in deinem Werkzeugkasten bleibt es für die Kompatibilität unverzichtbar.

PDF (Portable Document Format): der Branchenstandard für druckfertige Dateien. Das Format unterstützt Vektoren, Rasterbilder und eingebettete Schriftarten in einem einzigen Dokument und bewahrt Layouts mit absoluter Präzision. Zudem ist es das praktischste Format für den Austausch mit Kunden. Praktisch jeder kann ein PDF öffnen, und je nach Export-Einstellungen bleibt die Editierbarkeit der Vektoren für spätere Anpassungen sogar erhalten.

Es gibt zudem Vektorformate, die an verbreitete Software gebunden sind und die Zusammenarbeit erleichtern. Zum Beispiel:

AF (Affinity): Es unterstützt sowohl die Vektor- als auch die Rasterbearbeitung in einer einzigen Datei und speichert Formen, Ebenen, Effekte, Texte sowie eingebettete Bilder (und das bei voller Skalierbarkeit und Editierbarkeit). Da Affinity komplett kostenlos ist, kann jeder ohne Barrieren auf Dateien zugreifen, sie bearbeiten und teilen.

So erstellst du Vektorgrafiken

Vektorgrafiken werden in professioneller Design-Software wie Affinity erstellt. Je nachdem, wo du startest, gibt es zwei gängige Wege: Entweder zeichnest du ein bestehendes Bild nach oder du baust die Pfade von Grund auf manuell auf.

Bilder nachzeichnen

Wenn du ein Rasterbild hast (zum Beispiel den Scan eines Logos im PNG-Format), bieten die meisten Vektor-Anwendungen eine Auto-Trace-Funktion an, die es automatisch in Vektorpfade umwandelt.

Stelle in Affinity sicher, dass du dich im Vector Studio befindest, und klicke dann im oberen Menü auf Vektor > Bild nachzeichnen.

Aktiviere im Fenster „Bild nachzeichnen“ die geteilte Ansicht, um das Original mit dem nachgezeichneten Ergebnis zu vergleichen, und nutze den Schieberegler, um das Ergebnis fein abzustimmen (d. h. wie stark du die Ecken abrunden möchtest). Wenn du mit dem Aussehen deines Logos zufrieden bist, klicke auf „Anwenden“.

Es ist eine schnelle und einfache Methode, aber das automatische Nachzeichnen ist nicht perfekt. Es hat manchmal Schwierigkeiten mit scharfen Ecken, feinen Details und komplexen Formen und erzeugt oft abgerundete oder leicht ungenaue Pfade, die anschließend manuell korrigiert werden müssen.

Manuelles Nachzeichnen

Für präzise und hochwertige Ergebnisse ist das manuelle Nachzeichnen mit dem Zeichenstift-Werkzeug der verlässlichste Weg. Dabei arbeitest du über einem Rasterbild als Referenz, setzt Ankerpunkte und ziehst Kurven, um das Motiv als saubere Vektorpfade neu zu erschaffen. Das erfordert zwar mehr Zeit und Geduld, gibt dir dafür aber die volle Kontrolle über jeden einzelnen Punkt und jede Kurve.

Schritt 1: Bereite deinen Arbeitsbereich vor. In Affinity im Vector Studio gehst du auf Ansicht > Magnetische Ausrichtung… und deaktivierst die Option „Pixelausrichtung erzwingen“. Schließe dann das Menü. Wähle dein Bild im Ebenen-Panel aus und reduziere die Deckkraft auf 50 %. So kannst du es nachzeichnen, ohne dass das Originalbild im Weg ist.

Schritt 2: Zeichne den Umriss mit dem Zeichenstift-Werkzeug nach. In der Symbolleiste wählst du den Zeichenstift aus. Stelle im Einstellungsmenü sicher, dass „Gummiband-Modus“ aktiviert ist. Klicke auf dein Bild, um deinen ersten Ankerpunkt zu setzen, und klicke dann weiter entlang der Umrisse deines Logos, um den Pfad zu erstellen. Mach dir keine Sorgen, wenn die Linien nicht perfekt jeder Kurve folgen – du kannst sie später noch genau anpassen.

Schritt 3: Verfeinere die Kurven mit dem Knotenwerkzeug. Sobald der grobe Umriss steht, wechselst du zum Knotenwerkzeug. Klicke auf die Liniensegmente und ziehe sie in Form, um sie an die Kurven deiner Vorlage anzupassen. Für die Feinjustierung klickst du einen einzelnen Knoten an, wodurch seine Griffe sichtbar werden. Diese kannst du dann verschieben, um die Krümmung so lange zu korrigieren, bis der Pfad exakt der Originalgrafik folgt.

Schritt 4: Male den nachgezeichneten Pfad aus und vollende ihn. Sobald du fertig bist, klickst du auf das Logo und ziehst es beiseite. Klicke dann die Hintergrundebene an und setze ihre Deckkraft wieder auf 100 %.

Wähle dann die Kurve „Ebenen“ aus und fülle sie mithilfe der Farbpipette mit derselben Farbe wie das Logo. Klicke auf „Strich“, dann auf „Stil“ und wähle das „X“ aus, um den Umriss zu entfernen.

Schritt 5: Zeichne das Rechteck nach. Schieb das Bild wieder an seinen Platz. Aktiviere die magnetische Ausrichtung (die magnetförmige Schaltfläche oben rechts in der Menüleiste), wähle dann das Rechteck-Werkzeug aus und platziere die Form über deinem Logo, indem du den Cursor an der oberen linken Ecke ansetzt und nach unten ziehst.

Klicke in der oberen Leiste auf „Ecke“ und wähle im Dropdown-Menü „Gerundet“ aus. Anschließend kannst du die Rundung an das Logo anpassen. Schiebe das Logo-Bild wieder aus dem Weg und wähle dann die Registerkarte „Farbe“aus, um die Farbauswahl zu nutzen und dem Rechteck eine Farbe zuzuweisen.

Das war’s auch schon: Jetzt hast du dein Logo als saubere Vektorgrafik.

Vektordateien: Das Fundament für skalierbares Design

Vektordateien bilden das Fundament des Designs. Zu wissen, wann man ein SVG einem PDF vorzieht, warum ein Logo niemals als JPEG existieren sollte oder wie man ein Rasterbild durch manuelles Nachzeichnen rettet – das sind die Fähigkeiten, die Zeit sparen und Fehler im Designprozess verhindern. Egal, ob du gerade erst anfängst oder deinen Workflow optimieren willst: Das Prinzip bleibt gleich. Überall dort, wo Skalierbarkeit und Bearbeitbarkeit zählen, solltest du auf Vektoren setzen. So hast du immer eine Datei parat, die für alles bereit ist, was als Nächstes kommt.

Lust, direkt loszulegen? Öffne das Vector Studio von Affinity und versuche dich am Nachzeichnen deines ersten Logos.

Über die Autoren

James ist Designer im Affinity-Kreativteam in Nottingham (Großbritannien). Dort gestaltet er alles Mögliche, von Webinhalten über Branding-Assets bis hin zu Videos. Wenn er gerade mal nicht über Affinity schwärmt, tüftelt er an Musikprojekten oder streift als echter Outdoor-Typ durch die Natur.

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