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12 Tipps zur Reisefotografie, um deine Fotos sofort zu verbessern

8 Min. Lesedauer Veröffentlicht
Bunte Menschenmenge beim Holi-Fest mit Bewegungsunschärfe; Reisefotografie, die die Energie des Festivals in Indien einfängt.

Ganz gleich, ob du Anfänger oder erfahrener Fotograf bist: Diese 12 Tipps für die Reisefotografie helfen dir, besser zu planen, intelligenter zu fotografieren und überzeugendere Bilder einzufangen, egal wohin du reist.

1. Recherchiere die zu besuchenden Orte vorher

Der erste Schritt auf dem Weg zu einer erfolgreichen Reisefotografie ist die Recherche. Das kannst du größtenteils online erledigen. Die Fotografen, mit denen wir gesprochen haben, empfehlen „Roadtrippers“, „Atlas Obscura“, Google, Instagram sowie lokale Websites und Blogs. Mach dich auf die Suche nach versteckten Juwelen und überlege, wie du den Ort jenseits der Klischees auf eine neue oder andere Weise einfangen kannst.

2. Finde mit Google Earth einzigartige Orte für Reisefotos

Die Erkundungsphase (vor dem Shooting) umfasst auch Visualisierung und Planung. „Google Maps und Google Earth sind zweifelsohne die schnellsten und günstigsten Ressourcen, um einzigartige Locations zu finden“, sagt der Abenteuerreisefotograf Matt Horspool. Dies ist umso wertvoller, wenn du abgelegene Orte dokumentierst, an die sich andere vielleicht noch nicht gewagt haben.

„Oft suche ich die Gegend per Satellitenbild ab, um mir einen Überblick über die Geografie zu verschaffen, und schaue mir dann topografische Karten an, um Routen und Aussichtspunkte auszuarbeiten. Es ist wichtig, daran zu denken, dass sich die Jahreszeiten drastisch ändern können, je nachdem, wann das Google-Bild aufgenommen wurde und wann du einen Besuch planst. Wenn du das berücksichtigst, hilft das, unangenehme Überraschungen vermeiden, zum Beispiel die Erkenntnis, dass der gewünschte See gar nicht mehr existiert.“

„Für meinen Fotostil ist ein kleines, aber zuverlässiges Kamerasystem das A und O.“


Fotograf Matt Horspool

3. Beginne mit einfacher, leichter Ausrüstung

„Foto-Anfänger sind oft der Meinung, dass die neueste Technologie mit dem größten Kamerasensor ihre Aufnahmen besser macht“, so Matt weiter. „Das stimmt einfach nicht. Das Gegenteil ist der Fall, denn sie verlassen sich eher auf ihre Ausrüstung als auf ihre Kreativität und ihr Auge für besondere Szenen. Für meinen Fotostil ist ein kleines, aber zuverlässiges Kamerasystem das A und O, wenn ich mich bei schlechtem Wetter schnell über längere Strecken bewegen möchte. Außerdem kann ich eine größere Auswahl an Objektiven in meine Tasche packen, was zu einer größeren Vielfalt an tollen Aufnahmen führt.“ Matt verwendet spiegellose, wetterfeste Kameras des Olympus OM-Systems OM-1 (er ist auch Markenbotschafter).

4. Erkunde deine Locations bei Tageslicht

Das Auskundschaften der Locations während des Tages ist einer der effektivsten Tipps für die Reisefotografie. Das gilt besonders für Anfänger, die ihre Aufnahmen planen und die goldene Stunde optimal nutzen möchten. Mehrere der von uns befragten Fotografen betonen die transformative Kraft von Aufnahmen während der goldenen Stunde, wenn das Licht weich, warm und gerichtet ist. Die in Los Angeles ansässige Fotografin Jessica Sample empfiehlt, den Ort im Voraus zu erkunden, insbesondere wenn das Licht nicht ideal ist. So kannst man planen, wann man wieder dort sein muss, um das richtige Licht einzufangen. „Wirf immer einen Blick in die andere Richtung, als die, die dein Instinkt dir rät – vielleicht könnte ein Gegenlicht oder ein anderer Winkel, an den du nicht gedacht hast, interessant sein“, empfiehlt sie.

Bei der Vorbereitung von Reisefotoshootings setzt Jessica auch auf digitale Möglichkeiten, die Location vorab zu erkunden. „Ich recherchiere Orte gerne mit Google, Google Maps und Instagram, bevor ich losziehe, und speichere sie dann auf meinem Handy in Google Maps für später. Eine weitere App, die ich verwende, ist ‚Sun Seeker‘. Die App zeigt dir den Weg und die Richtung der Sonne, damit du den idealen Zeitpunkt für die Aufnahme eines Ortes finden kannst. Manchmal merkt man vorher nicht, dass die Sonne hinter einem Berg oder einem Gebäude verschwindet, und es wird früher dunkel, als man denkt.“

5. Reduziere Blendung mit einem Polarisationsfilter

Filter sind leicht, lassen sich einfach mitnehmen und können deine Reisefotos erheblich verbessern. „Mein meistgenutztes Werkzeug neben der Kamera ist ein Polarisator“, sagt Jessica. „Ich trage sogar gerne eine polarisierte Sonnenbrille, damit ich mir vorstellen kann, welchen Unterschied ein Polarisator für ein Foto machen würde. Um die Blendung von Wasser zu verringern und die schöne Farbe des Meeres oder eines Pools zu erhalten, ist ein Filter unerlässlich. Er ist auch ideal, wenn die Umgebung grün und der Himmel blau ist.“

6. Bleib nicht auf Augenhöhe – erkunde einzigartige Blickwinkel und Perspektiven

Einer der wirkungsvollsten Tipps für die Reisefotografie, insbesondere für Anfänger, ist das Experimentieren mit verschiedenen Blickwinkeln, um dynamischere und eindrucksvollere Bilder zu erhalten. „Als Autor eines der allerersten Bücher über Drohnenfotografie bin ich ein großer Verfechter der Perspektive“, erklärt Chase Guttman, der sich auf Reise- und Drohnenfotografie sowie Drohnenvideografie spezialisiert hat. „Der Blickwinkel, aus dem du eine Szene abbildest, kann ihre Wirkung dramatisch beeinflussen. Die Suche nach ungewöhnlichen Perspektiven kann das visuelle Repertoire deines Bildes erweitern, und oft ergeben sich daraus ausgeprägte grafische Designs, Reflexionen und Muster.“

„Für mich ist es oft die Perspektive, die einen durchschnittlichen Schnappschuss von einer starken visuellen Aussage unterscheidet. Anfänger fotografieren oft im Stehen, anstatt mit der Höhe zu spielen, um eine Szene von oben zu kontextualisieren, oder sich tief auf den Boden zu begeben, um Spiegelungen zu entdecken und das Motiv groß erscheinen zu lassen.“

Um dies in deiner eigenen Reisefotografie anzuwenden, suchst du am besten nach Balkonen, Dächern, Treppen oder ebenerdigen Blickwinkeln, die eine neue oder unerwartete Perspektive bieten.

„Für mich ist es oft die Perspektive, die einen durchschnittlichen Schnappschuss von einer starken visuellen Aussage unterscheidet.“


Fotograf Chase Guttman

7. Nutze die blaue Stunde, um stimmungsvolle Reisefotos zu machen

Die goldene Stunde ist in der Reisefotografie oft das meistdiskutierte Licht, aber die blaue Stunde kann genauso magisch und nützlich für Anfänger sein, die ihre Bilder verbessern wollen. „Vor der goldenen Stunde am Morgen und nach der goldenen Stunde am Abend gibt es eine weitere besondere Phase des Tageslichts“, erklärt Chase. „Diese weniger bekannte Zeit, die sogenannte ‚blaue Stunde‘, ist die Zeit, in der der Himmel in leuchtenden Blautönen erstrahlt. Die blaue Stunde ist ein Wunder, denn sie ist eine der zuverlässigsten Zeiten, in denen das Licht außergewöhnlich ist.“

„Egal, wie das Wetter an diesem Tag ist, ob dichte Wolken, Regen oder Schneefall, der Himmel füllt sich zur blauen Stunde mit leuchtenden Indigotönen. Als Reisefotograf nutze ich die blaue Stunde, um die Auswirkungen eines trüben Tages zu mildern. Wenn man unterwegs ist oder sich für kurze Zeit an einem Ort aufhält, muss man manchmal trotz des Wetters einfach Fotos machen. Die blaue Stunde bietet dir das perfekte Zeitfenster, um die gewünschten Bilder zu kreieren.“

Die blaue Stunde bietet ein weiches, gleichmäßiges Licht, das sich hervorragend für Landschaften, Stadtansichten und architektonische Details eignet. Das macht diese Phase zu einer wertvollen Zeit für die Aufnahme stimmungsvoller Reisefotos. Wenn du mehr über das Fotografieren zu dieser Tageszeit (sowie über die goldene Stunde und die Dämmerung) erfahren möchtest, lies unseren vollständigen Leitfaden: Fotografieren zur ‚goldenen Stunde‘, zur ‚blauen Stunde‘ und in der Dämmerung.

8. Lerne, wie man aus schlechtem Licht eine starke Geschichte macht

Die goldene und die blaue Stunde sind zwar die besten Zeiten für die Reisefotografie, aber man kann sich nicht immer darauf verlassen. Das gilt besonders, wenn man mit einem engen Zeitplan unterwegs ist. Der in New York ansässige Editorial- und Kunstfotograf Chris Sorensen warnt davor, davon auszugehen, dass man immer bei perfektem Licht fotografieren kann. „Wir alle lieben schönes Licht, und wenn wir alles bei Sonnenaufgang oder zur goldenen Stunde fotografieren könnten, würden wir das wahrscheinlich tun“, gibt er zu. „Aber die Realität bei den meisten Reiseaufträgen ist, dass man mit einer langen Aufnahmeliste und einer begrenzten Anzahl von Tagen unterwegs ist, um alles zu erledigen. Das bedeutet, dass man manchmal bei ungünstigem Licht, schlechtem Wetter und so weiter fotografieren muss.“

„Man kann versuchen, diese Herausforderungen zu minimieren, indem man die Aufnahmen so plant, dass man sich während der Mittagszeit oder bei Regen in einem Museum oder Restaurant aufhält. Trotzdem: Die Menge der benötigten Aufnahmen und die kurzen Zeitfenster sorgen dafür, dass man irgendwann draußen ist und die Sonne direkt über einem steht und man trotzdem etwas Gutes aufnehmen muss. Obwohl häufig empfohlen wird, morgens und abends zu fotografieren, muss man auch darauf vorbereitet sein, mittags und bei schlechtem Licht und Wetter gute Ergebnisse zu erzielen.“

„Eine Möglichkeit ist, harte Schatten zu nutzen, um mehr grafische oder Schwarz-Weiß-Bilder aufzunehmen. Bei schlechtem Wetter bietet sich die Gelegenheit, stimmungsvollere Bilder zu machen, oder Teile von Denkmalen zu fotografieren, die immer noch die Geschichte erzählen, ohne alles in einem ungünstigen Licht zu zeigen. Überlege dir vorher, wie du einen Ort auf der Fotoliste nicht nur bei idealem Licht aufnehmen würdest, sondern auch, was du tun würdest, wenn du mittags oder bei Regen dort wärest. Denn: Es kann sein, dass genau das eintritt.“

9. Verlangsame das Tempo und achte auf unerwartete Szenen

Wenn du dir Zeit nimmst, kannst du auf einfache Weise authentische, unerwartete Momente entdecken, die deine Reisefotografie aufwerten. „Bei einem Auftrag hat man in der Regel eine ziemlich lange Fotoliste, auf der oft schon die ‚versteckten Juwelen‘ stehen, die der Autor in seinen Artikel aufgenommen hat, und nur wenig Zeit für Erkundungen“, sagt Chris. „Aber man läuft normalerweise viel von Ort zu Ort und kommt mit Einheimischen ins Gespräch, sodass man oft Dinge sieht oder Vorschläge für Fotos bekommt, die nicht auf der Aufnahmeliste stehen und die man hinzufügen kann, um die Geschichte zu erweitern. Bei persönlichen Reisen verbringe ich auch viel Zeit damit, zu schlendern, um mir die Möglichkeit zu geben, über Szenen zu stolpern, die ich nicht erwartet habe.“

„Sowohl bei Auftragsarbeiten als auch bei persönlichen Projekten spreche ich viel mit Einheimischen, um Tipps zu bekommen.“


Fotograf Chris Sorensen

10. Frage die Einheimischen, um großartige Locations zu finden

Chris empfiehlt außerdem, sich mit Einheimischen zu unterhalten, um Anregungen und Informationen zu erhalten. „Sowohl bei Auftragsarbeiten als auch bei persönlichen Projekten spreche ich viel mit Einheimischen“, sagt er. „Ich wende mich im Vorfeld an Freunde oder Freunde von Freunden, die schon einmal an einem Ort waren oder dort gelebt haben, um Tipps zu bekommen. Ausführliche und durchdachte Recherchen tragen viel dazu bei, dass man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Das Beste bleibt trotzdem das Glück, das man hat, wenn man Einheimische trifft, die sich auskennen.“

Die Londoner Fotografin Joanna Yee, die sich mit Essen, Reisen und Kultur beschäftigt, rät dazu, lokale Unternehmen und Veranstaltungen zu nutzen. „Für persönliche Reisen nehme ich gerne an kulinarischen oder fotografischen Touren teil, die mir helfen, beliebte Orte und ‚versteckte Juwelen‘ zu finden“, erzählt sie uns. „Das Wissen der Leute vor Ort ist unschlagbar. Außerdem ist es eine gute Möglichkeit, die lokale Gemeinschaft zu unterstützen.“

Der Kontakt zu Einheimischen hilft dir nicht nur, Orte zu entdecken, die du online nie finden würdest, sondern führt auch zu aussagekräftigeren, authentischen Reisefotos.

11. Erweitere deinen Reisefotostil

Um ein besserer Reisefotograf zu werden, ist es hilfreich, sich mit verschiedenen Arten der Fotografie zu beschäftigen, anstatt sich nur auf Landschaften oder Stadtansichten zu konzentrieren. „Ich erlebe es immer wieder, dass Fotografen Aufträge für Reisen bekommen wollen, aber nur Landschaften und Stadtansichten in ihrem Portfolio haben“, erzählt Chris. „Klar, das sind Reisefotos, und man kann damit Aufträge bekommen. Aber für die Reportagen, die ich normalerweise mache, muss man mehrere Arten von Fotografie beherrschen und zeigen. Um die Geschichte eines Ortes zu erzählen, braucht es Landschaften und Stadtansichten, aber auch Porträts, Food-Fotografie, Architekturfotos, Lifestyle-, Dokumentar- und Straßenfotografie. Das ist einer der Gründe, warum ich die Reisefotografie liebe – ich kann so viele verschiedene Dinge auf unterschiedliche Weise fotografieren. Es wird nie langweilig.“

Die Entwicklung einer Reihe von Fähigkeiten stärkt nicht nur dein Portfolio, sondern hilft dir auch, eine umfassendere und überzeugendere Geschichte jedes Reiseziels abzulichten.

12. Vergiss nicht, Detailaufnahmen zu machen

„Jeder fotografiert diese großartigen Landschafts- und Stadtbildaufnahmen und die hübschen Schaufenster, und die sind wichtig“, sagt Joanna. „Vergiss aber nicht, auch die Details und die Menschen einzufangen, um ein tieferes Gefühl für den Ort zu vermitteln.“ Das kann ein Blick aus dem Hotelfenster oder in den Rückspiegel sein, eine Nahaufnahme auf dem Wochenmarkt, ein Farbtupfer auf der Straße, ein Porträt in der Straßenbahn oder etwas anderes, das dir ins Auge fällt. Das Einfangen dieser Details (etwa Texturen, Farben, Ausdrücke, alltägliche Interaktionen), verleiht deiner visuellen Erzählung über das Reiseziel mehr Tiefe.

Fazit

Gute Reisefotografie beginnt mit Neugier, Vorbereitung und der Bereitschaft, über das Offensichtliche hinauszugehen. Dazu gehört auch, dass man sich auf alle Bedingungen einlässt, egal ob strahlender Sonnenschein, Regen oder bedeckter Himmel, und dass man kreative Wege findet, die Geschichte bei jedem Licht zu erzählen. Mit unseren Expertentipps im Gepäck bist du bereit, neue Perspektiven zu entdecken, offen für das Unerwartete zu sein und die Momente einzufangen, die jeden Ort unvergesslich machen.



Über die Autor:innen

Feature Shoot zeigt die Arbeiten aufstrebender und etablierter Fotografen aus der ganzen Welt und hebt diejenigen hervor, die das Medium durch überzeugende, innovative Projekte verändern. Mit Beiträgen von Autoren aus aller Welt.

Über die Autoren

Ich bin Fotograf, ein leidenschaftlicher, hoch motivierter Content-Creator und Mentor, der das Medium Fotografie nutzt, um zu dokumentieren, zu lehren und andere zu inspirieren. Ich liebe die Möglichkeiten, die uns moderne Technologie und Bildbearbeitung bieten, um beeindruckende Ergebnisse zu erschaffen.

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